Schauspielhaus

Steilwand

von Simon Stephens
aus dem Englischen von Barbara Christ

Ein Mann erzählt aus seinem Leben mit seiner Frau, seiner 8-jährigen Tochter, seinem Schwiegervater, erzählt über Urlaube in Südfrankreich, über das Meer. Nach und nach setzen sich die Puzzleteile seiner Erzählung zu einem Bild zusammen: ein schrecklicher Unfall, der das Familienglück mit einem Mal zerstört. Wie weitermachen, wenn das passieren kann? Die Steilwand unter Wasser wird zum Bild des Abgrunds, in den wir mit Alex hineinschauen. Simon Stephens gehört zu den bekanntesten und auch in Deutschland viel gespielten britischen Dramatikern der Gegenwart. In der Kritikerumfrage von Theater heute wurde er 2006, 2007, 2008, 2011 und 2012 zum besten ausländischen Dramatiker des Jahres gewählt. Regisseur Alexander Marusch und Ensemblemitglied Patrick Schnicke nähern sich dem Monolog über die Bewältigung des Alltags und die Nähe zu unserer eigenen Lebenswelt.

 

Dauer: ca. 50 Minuten

Die angegebene Dauer ist lediglich ein Richtwert.

 

Möchten Sie diese Produktion mit einer Schulklasse oder Gruppe besuchen und wünschen sich ein Vermittlungsangebot, dann kontaktieren Sie gerne Ronja Gerlach (E-Mail: ronja.gerlach@mannheim.de / Tel.: 0621 1680 488).  

»Letztlich ist es ein Trauerspiel, das hier stattfindet – nicht im negativ-abwertenden, sondern im wortwörtlichen Sinn: Ein Spiel mit der Trauer, um die Trauer, der sich der Protagonist nicht stellen kann, um die er herumredet, die er dann, nach einer halben Stunde Spielzeit, nicht mehr verleugnen kann […].« (Die Rheinpfalz, 05.10.2020)

 

»Immer wieder verharrt er [Alex], blickt ins Leere. Er blinzelt heftig, um Tränen wegzuzaubern. Schnicke spielt das nuanciert und subtil. Dass etwas nicht in Ordnung ist, transportiert er unterschwellig mit, in steigender Intensität […].« (Die Rheinpfalz, 05.10.2020)

 

»Simon Stephens’ Stück bindet das Publikum als Ansprechpartner des namenlosen Protagonisten ein; das Selbstgespräch auf der Bühne richtet sich an uns im Saal, das ist eine psychologisch sehr fundierte Sprechsituation. […] Raffiniert erhält so das Theaterpublikum therapeutische Funktion für den fiktiven Protagonisten, dessen Schicksal, dessen Träume auf diese Weise mit der Realität verbunden ist. Eine traurige Realität, in der die Erdbeertorte am Ende fertig ist, für niemanden.« (Die Rheinpfalz, 05.10.2020)

 

»„Endlich ein klassischer Abend“ für Konservative? Vielleicht. Jedenfalls ein Abend ohne Überraschungen und mit sprödem Realismus, den es hier lange nicht gab, und der wirkt wie ein Ausflug in die 1990er. Am Vorabend zum 3. Oktober vielleicht keine schlechte Idee – herzlicher Applaus im Schauspielhaus.« (Mannheimer Morgen, 05.10.2020)