Studio Werkhaus

paradies spielen (abendland. ein abgesang) (UA)

Thomas Köck Premiere: Fr, 15. Dezember 2017

Die Globalisierung schreitet voran. Waren, Ideen und Menschen kreisen unaufhaltsam um die Erde. Ein junger Mann wird am Krankenbett seines Vaters mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert, ein Zug beschleunigt, rast ungebremst durch Bahnhöfe, die Passagiere in Panik. Ein freundlicher Schaffner spricht von Verspätung, doch eins ist sicher: Die Anschlüsse sind verpasst, »in ganz europa soviel sei verraten wartet kein mensch mehr auf den anderen.« Ein chinesisches Ehepaar begibt sich auf die Suche nach dem Paradies Europa, das für sie jedoch nur eine kalte Matte in einer Sammelunterkunft und unwürdige Arbeitsbedingungen bereithält.

 

Thomas Köck, vielfach ausgezeichneter Dramatiker und in der Spielzeit 2015/2016 Hausautor am NTM, verwebt die Lebensgeschichten von Globalisierungsgewinnern und -verlieren. In sprachmächtigen Bildern und mit leisem Humor erzählt er von den Schattenseiten des weltweiten Handels und einer Welt vor dem Epochenbruch.

 

Während der Vorstellung kommt Stroboskoplicht zum Einsatz.

»Regisseurin Marie Bues […] hat den üppigen, sich immer wieder in weitläufigen Textflächen verlierenden Text klug gekürzt und kurzweilig-anschaulich auf die Bühne geholt.« (Rheinpfalz, 18.12.17)

 

»Marie Bues, die bei der Uraufführung von „paradies spielen“ im Werkhaus des Mannheimer Nationaltheaters Regie führt, findet für Köcks Sound die passende Form: Die Sätze werden meist schnell gesprochen, das Stakkatohafte von Köcks Sprache hallt auf der Bühne wider, die Inszenierung hat Tempo.« (Nachtkritik, 16.12.17)

 

»Der Abend ist dort besonders stark, wo sich die Schauspieler chorisch ganz dem Rhythmus des Textes unterordnen, oder einzelne Figuren wie Katharina Hauter so viel Text haben, dass sie vor Einsamkeit fast in ihm verloren gehen.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.17)

 

»Sven Prietz und Katharina Hauter spielen [die Wanderarbeiter] genauso eindringlich wie David Müller den verzweifelten Sohn, dem Köck das letzte Wort überlässt, fassungslos angesichts der familiären und geschichtlichen Katastrophen, die sich vor ihm auftürmen.« (Rheinpfalz, 18.12.17)

 

»Ein Gewinn für die ganze Aufführung ist der für den tollen Soundtrack verantwortliche Musiker Anton Berman als schillernder Kondukteur, Sänger, Racheengel und eiskalter Killer.« (Rhein-Neckar-Zeitung, 19.12.17)

 

»Köcks Stück, der dritte und letzte Teil einer „Klima-Trilogie“, ist ein wütender Blick auf die Gegenwart, ein überspitzes Lamento, ein erstaunlich kämpferischer Text. Das tut gut.« (Nachtkritik, 16.12.17)