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IL TRIONFO.HER TEMPLE


Ein visuelles Album inspiriert von Händels Oratorium »Il trionfo del Tempo e del Disinganno« Musik von Georg Friedrich Händel│Text von Benedetto Pamphili
A visual album inspired by Handel’s oratorio »Il trionfo del Tempo e del Disinganno« Music by George Frideric Handel│Libretto by Benedetto Pamphili

Mit dem Nationaltheater-Orchester

Das Oratorium »Il trionfo del Tempo e del Disinganno« steht am Anfang von Händels Karriere als Komponist musikdramatischer Werke. 21-jährig macht er sich zu einer Italienreise auf, auf der er sich seine Sporen als Opernkomponist verdienen will. Als er 1707 nach Rom kommt, scheint die dortige Situation seinem Vorhaben zunächst nicht günstig: Um einem allgemeinen Sittenverfall entgegen zu wirken, hatte Papst Clemens XI. alle öffentlichen Opernaufführungen verboten. Davon unbeirrt, erschafft Händel in Zusammenarbeit mit dem literarisch versierten Kardinal Benedetto Pamphili im Gewand eines geistlichen Oratoriums ein Werk, das in seiner Dramatik einer Oper in nichts nachsteht. So verbergen sich hinter den Allegorien von Schönheit, Vergnügen, Zeit und Erkenntnis zutiefst menschliche Einsichten und Zweifel. In der Allegorie der Schönheit lässt sich eine zur damaligen Zeit vielfach dargestellte und in ihrer Ambiguität faszinierende Figur erkennen – Maria Magdalena, berühmt für ihre Schönheit und ihre Doppelidentität zwischen »Heiliger« und »Hure«. Auf die Spur einer zeitgenössischen Maria Magdalena begibt sich Krystian Ladas Projekt »IL TRIONFO.HER TEMPLE«.

 

Nachdem pandemiebedingt eine szenische Aufführung nicht in der ursprünglich geplanten Form realisiert werden konnte, erarbeiten Lada und sein Team eine digitale Auseinandersetzung mit Händels Frühwerk. Mit ihrem visuellen Album »IL TRIONFO.HER TEMPLE« erschaffen sie eine zeitgenössische Meditation über die dialektische Dynamik zwischen Schönheit, Vergnügen, Zeit und Erkenntnis. In acht Videofolgen stellen sie das Schicksal einer jungen Frau in den Mittelpunkt, die vor einer tiefgreifenden Lebensentscheidung steht. In poetischen Bildern berühren sie dabei Fragen nach individueller Freiheit und Selbstbestimmung sowie nach der Instrumentalisierung des weiblichen Körpers in politischem und religiösem Kontext. Musikalische Grundlage der Albumfolgen sind Audioaufnahmen, die gemeinsam mit Bernhard Forck, NTO und dem Ensemble von »Il trionfo del Tempo e del Disinganno« im Januar 2022 in Mannheim entstanden sind.

 

Die acht Albumfolgen werden zwischen dem 18. Januar und dem 8. März 2022 wöchentlich jeweils dienstags um 18 Uhr veröffentlicht. 

Die Webseite auf der die Videofolgen wöchentlich erscheinen finden Sie unter diesem Link: https://www.iltrionfo-hertemple.com/

 

In 1707 21-year-old Handel arrives in Rome to fulfil his ambition to become an inernationally renowned composer of opera.The circumstances could not be less favourable — the pope had banned all public opera performances for their power to awaken the senses and to promote a lustful lifestyle. Handel composes his very first oratorio according to the guidelines of the church. However, he does not give up on his operatic ambitions — this oratorio will go down in history as one of Handel's most dramatic works. Under the guise of the dialectical debate of the four personifications — Time (Tempo), Disappointment (Disinganno), Beauty (Bellezza) and Pleasure (Piacere) — Handel and his librettist tell the story of a young woman who can be identified as Maria Magdalena, a biblical character famous for her beauty and her conversion to the ideals of Christian morals and ethics. Handel and Pamphili attribute the very human dilemmas and doubts of Maria Magdalena to the personification of Beauty. To the personification of Pleasure, Handel attributes the most daring music, including the spectacular organ solo which he performed himself at the premiere in 1707. His oratorio is a triumph of the beauty of human sensitivity the pleasure of artistic creation.

 

In 2020 Nationaltheater Mannheim invited Polish stage director Krystian Lada and his artistic team to present Handel’s oratorio in a live staged version. Over the last two years several iterations of the concept have been developed in order to accommodate the dynamically changing challenges of the global pandemic situation. The power of Handel’s subversive creativity — composing an opera in the times of ‘opera proibita’ — was an inspiration for Lada to create an entirely new work in the form of a ‘visual album’. Lada interprets the story of Maria Magdalena as a meditation on the place of a woman's body and the meaning of individual freedom within the framework of a religious regime.

 

The work consists of 8 videoclips and celebrates the musical highlights and visual poetry of Handel’s composition. Between January 18 and March 8 2022 new chapters will be released weekly. 

 

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