Schnawwl

kugelbunt (UA)

Ensembleprojekt Premiere: Sa, 27. November 2010
Theaterspiel für Kinder ab einem Jahr

ab 1 Jahr

Auf der Bühne sind ein Mann und eine Frau. Sie schreiten den Raum ab, kugeln sich durch die Leere und beginnen Fäden zu spannen. Sie weben aus Schiffstauen, Papier, Plastik und kostbaren Stoffen ein Himmelszelt. Der Mann und die Frau verweben ihre Stimmen zu einem Klangteppich, der aus Reimen, Versen und Wiegenliedern aus aller Herrenländer komponiert ist: Arabisch, Hebräisch, Spanisch, Französisch, Englisch, Russisch, Tamile, Chinesisch, …. und wir beginnen die Sprachen – so fremd sie auch sein mögen – zu verstehen, obwohl wir sie nicht alle kennen.
Wiegenlieder gibt es in jedem Land, überall auf der Welt. Jede Kultur hat ihre eigene Wiegenliedtradition, dennoch sind sie sich alle ähnlich in ihrem ruhigen, wiegenden Rhythmus, der eher hohen Tonlage und den sich wiederholenden Texten.
So spielen Wiegenlieder bis heute für jedes Kleinkind eine Rolle, sind teil der Welt, in die es geboren wird. Jede dieser Welten kann anders aussehen, Stadt, Land, warme oder kalte Region, arm oder reich. Doch wie nehmen Kinder diese Welten wahr, was sehen sie, die noch keine anderen Räume erblickt haben, mit ihren Augen in ihrer Welt? Und welche Bedeutung schenken sie den Klängen und Geräuschen um sich herum, den täglichen Liedern, deren Texte sie noch nicht verstehen?

kugelbunt (UA) nähert sich der Welt der Allerkleinsten über das, was sie jeden Tag begleitet: Gemeinsam mit ErzieherInnen und Eltern in Mannheimer Krippen sammelt das Produktionsteam zunächst Wiegenlieder aus unterschiedlichen Ländern. Aus diesen Liedern werden mit einem Musiker und einer Schauspielerin Spiele und kleine Geschichten erfunden, die in kurzen szenischen Sequenzen mit den Krippenkindern ausprobiert werden.
Im Mittelpunkt der Produktion stehen die Schönheit von Sprache und die wunderbare Erfahrung, einen Menschen verstehen zu können, obwohl man seine Sprache nicht spricht. Diese Erfahrung ist gerade Kleinkindern noch leicht zugänglich. Sie ist eine Tür zu einer anderen Möglichkeit von Verständnis. Die Inszenierung möchte nicht allein den Allerkleinsten, sondern auch den Erwachsenen diese Tür wieder öffnen.
 

(...) Marcela Herrera (Inszenierung) und Julia Dina Heße (Dramaturgie) vom Mannheimer Schnawwl und schufen mit ihrem Ensembleprojekt kugelbunt ein ästhetisiertes Abbild jener Kinderwelt. (...)

(...) Die Kinder hatten ihre Freude daran, denn sie begriffen offenbar, was gemeint war, tanzten dazu, klatschten in die Hände, liefen in Richtung Bühne, um mitzumachen (...)

(...) Das Stück funktioniert, und die Kinder machten mit einem Ernst mit, der uns Erwachsene gar nicht so sehr befremden muss. Denn was die Kinder taten, war, uns nachzuahmen.

Rhein-Neckar-Zeitung