Schuhe shoppen

Tim Crouch Premiere: Mi, 18. April 2012
Deutsche Übersetzung von Bernd Samland

ab 13 Jahren

Der Schnawwl kommt mit "Schuhe shoppen" auch in ihre Klasse!

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Edda ist in der 8. Klasse. Ihre feste Zahnspange wurde kürzlich entfernt, und sie ist spät dran auf dem Weg zur Schule. Sie trägt wie immer lederfreie Schuhe und ist der festen Überzeugung, dass Fleischfresser Mörder sind. Neben dem Greenpeace-Logo in ihrem College-Block steht heimlich und klein der Name Eddie. Eddie ist auch in der 8. Klasse, wohnt im selben Haus wie sie und weiß gerade mal ihren Namen. Er kennt sich dafür mit Schuhen aus. In dem speziellen Schuhschrank in seinem Zimmer stehen 60 Paare: für jede Gefühlslage eines. Nach der morgendlichen Meditation vorm Schuhspiegel entscheidet er sich heute für das Paar, das persönlich für ihn in der Fabrik hergestellt und mit seinem Namen bestickt wurde.
In der Schlange am Bus wagt Edda eine vorsichtige Kontaktaufnahme. Eddie dreht sich weg und tritt in einen Hundehaufen. Für Eddie ist das Ende der Welt eingetreten, für Edda eine einmalige Chance.


Tim Crouch hat mit Schuhe shoppen ein wunderbares Stück über Gegensätze, die sich anziehen, geschrieben. Als Solo für eine Schauspielerin und zahllose Schuhe erhielt es nach der Uraufführung 2003 an der St Ursula’s School in Greenwich die Klassenzimmer von England und 2007 den Brian Way Award. Tim Crouch ist als Autor und Darsteller Herz und Kopf seines Theaters in Brighton (GB).

„Schauspielerin Maike Wehmeier springt in diesem straff angelegten Einpersonenstück unter der Regie von Angelika Schlaghecken präzise von einer Rolle (oder besser gesagt Schuh) zur anderen. Von Eddies Edelsneakern über die hochglanzpolierten Lederschnürer seines Vaters bis hin zu den höhergelegten Bastsandalen von Eddas Hippie-Mutter entspannt Wehmeier in einer Mischung aus Objekt- und Erzähltheater ein festes Geschichtennetz, das mit stetem Augenzwinkern von dieser kleinen Amour fou erzählt.
Mit einnehmender Leichtigkeit und ohne viele Fingerzeige prangert Crouchs Textvorlage (in einer fein gestrickten Übersetzung von Bernd Samland) in knapp einer Stunde die Markenverliebtheit samt ihrer Nebenwirkungen an, und vermeidet es mit viel Humor und Verständnis, dabei zum moralischen Anklageinstrument zu werden.“
Mannheimer Morgen, 20. April 2012