Marion Tiedtke (Gast)

Marion Tiedtke, studierte Philosophie, Germanistik sowie Geschichte in Freiburg und Berlin. 1988 begann sie als freie Mitarbeiterin beim Südwestfunk und Sender Freies Berlin und wurde 1989 Dramaturgieassistentin an der Schaubühne in Berlin. Als Dramaturgin war sie am Schiller Theater Berlin, Bremer Theater, Bayerischen Staatsschauspiel, Burgtheater und an den Münchner Kammerspielen engagiert. Sieben Produktionen, an denen sie beteiligt war, wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen: 1991 »Märchen in Deutschland« und Schillers »Die Räuber« (Regie: Alexander Lang, Schiller Theater), 2001 Karl Schönherrs »Glaube und Heimat« (Regie: Martin Kušej, Burgtheater), 2002 Jon Fosses »Traum im Herbst« (Regie: Luk Perceval, Münchner Kammerspiele), 2003 »Aischylos’ Die Orestie«, 2005 Hebbels »Die Nibelungen« und 2007 Tschechows »Drei Schwestern« (Regie: Andreas Kriegenburg, Münchner Kammerspiele). Für die Münchner Kammerspiele arbeitete Marion Tiedtke 2003 mit Luk Perceval an Shakespeares »Othello«, einer Produktion, die mehrfach auf internationalen Festivals vertreten war.

 

Zwei Schauspielproduktionen, an denen sie als Dramaturgin mitgearbeitet hat, wurden als beste deutschsprachige Inszenierungen mit dem Nestroy-Preis ausgezeichnet: »Die Nibelungen« 2005 und »Die Perser« in der Inszenierung von Ulrich Rasch 2018. Ab 2001 unterrichtete sie an der Universität München Dramaturgie sowie an der Bayerischen Theaterakademie Regie. Seit 2003 ist sie als Gastdramaturgin an der Oper tätig, u. a. für Kušejs Regiearbeiten »La clemenza di Tito« (Dirigent: Nikolaus Harnoncourt, Salzburger Festspiele, 2003/2006) und »Lady Macbeth von Mzensk« (Dirigent: Mariss Jansons, De Nederlandse Opera Amsterdam, 2006). 2009 arbeitete sie an Christof Loys Inszenierung von »Tristan und Isolde« in Covent Garden mit, die als beste Operninszenierung des Jahres bei den Olivier Awards ausgezeichnet wurde. 2012 übernahm sie die Dramaturgie im »Ring des Nibelungen« (Regie: Andreas Kriegenburg, Dirigent: Kent Nagano) an der Bayerischen Staatsoper. Von 2007 bis 2017 leitete sie als Professorin und Ausbildungsdirektorin den Studiengang Schauspiel, von 2011 bis 2014 als Dekanin den gesamten Fachbereich Darstellende Kunst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main (HfMDK). In den Spielzeiten 2017/18 bis 2019/2020 war Marion Tiedtke Stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin am Schauspiel Frankfurt und ist seit Sommer 2020 wieder Ausbildungsdirektorin für Schauspiel an der HfMDK Frankfurt. Letzten Sommer war sie als Gastdramaturgin bei den Salzburger Festspielen für die Produktion »Das Bergwerk zu Falun« in der Regie von Jossi Wieler engagiert.