Pia Partum

Im Anschluss an ihr Regiestudium an der National Theatre Academy in Warschau war Pia Partum ab 2006 als Assistentin von Mariusz Treliński und Jerzy Jarocki an der Nationaloper bzw. am Nationaltheater Warschau tätig. Während ihres Studiums erhielt sie ein Stipendium des Theatre Institute in Paris (Sorbonne III) und wurde zu dieser Zeit zu zwei Residenzen an der Comédie Française eingeladen. Als Regieassistentin begleitete sie dort den Probenprozess von Molières »Don Juan« in der Regie von J. Lassalle und »Le Mariage« von Gombrowicz in der Regie von J. Rosner. Außerdem assistierte sie Natasha Parry bei ihrer Inszenierung »Drei Schwestern« von Tschechow in Warschau 2006.

Ihr besonderes Interesse gilt dem zeitgenössischen Musiktheater. Sie führte Regie bei »Luci mie traditrici« von Salvatore Sciarrino (Warschauer Herbstfestival 2017) und inszenierte 2020 auch dessen »Aspern Suite«. Beim Sacrum Profanum Festival in Krakau 2019 leitete Partum die Uraufführung von »Ahat Ili«, einem Werk des polnischen Komponisten Aleksander Nowak auf ein Libretto von Olga Tokarczuk. Ebenfalls 2019 zeichnete sie für die Inszenierung von Philp Glass‘ Oper »Der Prozess« nach Kafkas Roman an der Oper in Stettin verantwortlich. 2020 leitete sie die Uraufführung der japanischen Oper »A Vermillion Calm« von Keiko Fuiije am Center of Performing Arts in Warschau. Zur Eröffnung des Modern Opera Festival NODO in Ostrava wird sie im Juni 2022 Sciarrinos »Superflumina« auf die Bühne bringen. Zu bisherigen Inszenierungen, die sich mit dem klassischen Opernkanon befassen, gehören »Madame Butterfly« sowie »Don Giovanni«, das in einer Fragmentfassung in Kooperation mit dem Bolschoi-Theater und OperaLab (Golden Mask Festival in Moskau 2020) entstand. »Eugene und Tatiana – the turn«, basierend auf der Oper »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, entstand 2020 in Stettin. Neben Opern inszeniert Pia Partum auch Schauspielstücke, darunter Werke von Witkacy, T. Williams, S. Marai.

Im Jahr 2018 wurde Pia Partum im Rahmen des Internationalen Wettbewerbs für Regiekonzepte am Nationaltheater Mannheim (»Don Giovanni«) mit einem 2. Preis ausgezeichnet. Als Ergebnis dieses Wettbewerbs gibt sie in der Spielzeit 2021/22 mit Sidney Corbetts Oper »Keine Stille außer der des Windes« nach Motiven von Fernando Pessoa ihr Regiedebüt am NTM.