Johan Inger

Johan Inger

Foto: Bengt Wanselius

 

In Stockholm geboren, absolvierte Johan Inger seine tänzerische Ausbildung an der Royal Swedish Ballet School sowie der National Ballet School in Kanada. Seine Laufbahn als Tänzer begann er von 1985 bis 1990 am Royal Swedish Ballet, wo er 1989 zum Solisten avancierte. Fasziniert von den Werken Jiří Kyliáns folgte Inger 1990 dessen Ruf ans Nederlands Dans Theater (NDT) und entwickelte sich dort zu einem der profiliertesten Tänzer der Compagnie, in der er bis 2002 tanzte. Nach ersten Choreografien im Rahmen von Workshops des NDT durfte Johan Inger 1995 sein erstes Stück für das Ensemble des Nederlands Dans Theater II kreieren, »Mellantid«.

Als Teil des Holland Dance Festivals war »Mellantid« Ingers offizielles Debüt als Choreograf und sofort ein durchschlagender Erfolg. Es brachte ihm 1996 den Philip Morris Finest Selection Award in der Kategorie »Zeitgenössischer Tanz« ein und wurde 2001 für den Laurence Olivier Award in der Kategorie »Best New Dance Production« nominiert. Auf »Mellantid« folgten viele weitere Choreografien für das NDT, u. a. »Sammanfall«, »Couple of Moments«, »Round Corners« und »Out of breath«. Für die Ballette »Dream Play« und »Walking Mad« erhielt Johan Inger 2001 den Lucas Hoving Production Award.  »Walking Mad« – später getanzt vom Cullberg Ballett in Stockholm – wurde zudem mit dem Danza & Danza’s Award 2005 ausgezeichnet. Johan Inger selbst wurde vom VSCD Dance Panel für den Golden Theatre Dance Prize 2000 nominiert und erhielt den Merit Award 2002 des Stichting Danserfonds ’79.

2003 verließ er das NDT und übernahm in seiner Heimat Schweden die künstlerische Leitung des Cullberg Balletts, für das er eine Vielzahl von Choreografien schuf, u.a. »Home and Home«, »Phases«, »In Two«, »Within Now«, »As if«, »Negro con Flores« and »Blanco«. Zum 40. Geburtstag der Compagnie kreierte er das Stück »Points of eclipse« (2007), bevor er im Sommer 2008 die Verantwortung der künstlerischen Leitung niederlegte, um sich gänzlich der Choreografie zu widmen. Doch weiterhin choreografiert er für das Cullberg, so entstand dort 2009 »Position of Elsewhere«.

In den Jahren von 2009 bis 2016 war Johan Inger als Associate Choreographer wieder beim Nederlands Dance Theater verpflichtet. Es entstanden u. a. die Stücke »Dissolve in This« (2009), »Tone Bone Kon«e (2010) und »I new Then« (2012). Regelmäßig kreiert Inger neue Arbeiten für international renommierte Compagnien wie u. a. »Falter« (2010) für das Göteborg Ballet, »Rain Dogs« (2011) und »Peer Gynt« (2017) für das Ballett Basel, »Bliss« für das Aterballetto (2016), »Under A Day« (2018) für das Lyon Opera Ballet und »4 Karin« (2018) für das von Sarfati Productions koproduzierte Projekt »Dancing with Bergman«. 2016 wurde Johan Inger mit dem Danza y Danza Preis für die beste italienische Produktion ausgezeichnet und erhielt den Benois de la Danse Preis für seine Werke »One on One« und »Carmen«.