Nigel Lowery

Nigel Lowery studierte Theaterdesign an der Central St. Martin’s School of Art und absolvierte Kurse in Musiktheorie und Klavier. Danach arbeitete er als Bühnenbildner für zahlreiche Theater- und Opernhäuser. Seine Ausstattung der Ring-Inszenierung am Royal Opera House Covent Garden in der Spielzeit 1994/95 erhielt einen Bühnenbildpreis. 1996 machte Lowery jeweils in eigenen Szenenentwürfen erste Regieerfahrungen, 1997 folgte Il barbiere di Siviglia am Royal Opera House Covent Garden. Bei Kritikern und im Feuilleton fanden Lowerys teils gewagte Deutungen seit den 90er Jahren zunehmend Beachtung und Beifall. Der Ruf, der kommende Kult-Regisseur werden zu können, eilte Lowery voraus, als er mit Humperdincks Hänsel und Gretel seine mutig-respektlose Werkinterpretation im deutschsprachigen Raum vorstellte und dann in Basel mit Rossinis La Cenerentola mit unkonventionellen Perspektiven verblüffte. In Basel überzeugte 2001 auch sein »mitreißender« Idomeneo (Tagesspiegel, 27.2.2001), in Stuttgart feierten das Premierenpublikum und die Kritiker im Juni 2001 einen »frech-sozialkämpferischen« Figaro (Süddeutsche Zeitung, 11.6.2001), und in Hannover baute er John Cages Identifikationskunstwerk Europeras zusammen. Als geglückt bewerteten die Kritiker 2002 seine Basler Version von Falstaff, während er an der Berliner Staatsoper mit Händels Rinaldo zwar großes Aufsehen erregte, aber das Publikum in seinen Reaktionen spaltete. Unabhängig von den kontroversen Reaktionen der Premiere wurde diese mit Amir Hosseinpour erarbeitete Version der Händel-Oper zur »Inszenierung des Jahres 2003« gewählt. Seither inszeniert Lowery auf den großen Bühnen Europas große Opernwerke aus allen Epochen, von Monteverdis L’incoronazione di Poppea bis zu Philip Glass’ Echnaton.