Neapel. Pericle arbeitet für seinen Boss. Der schickt ihn zu Leuten, die nicht spuren. Er schlägt sie mit Sandsäckchen nieder und sodomisiert sie, um sie gefügig zu machen. Als er des Guten zuviel tut, ist der Boss hinter ihm her. Pericle flieht. Im Exil beginnt er über sich nachzudenken. Aus dem Gewohnheitsverbrecher wird ein anderer Mensch.
Das Stück „Pericle der Schwarze“, das Boris C. Motzki im Casino Werkhaus des Mannheimer Nationaltheaters uraufführt, ist dem Sujet zumTrotz ein immer wieder humorvoller Seelenstrip, die Expedition in ein Ich, das sich – jäh aus seiner vertrauten Welt funktionaler Brutalität gerissen – schrittweise kennen und definieren lernen muss. Taner Sahintürk verkörpert ihn fabelhaft, den Titelhelden […]
Ob Pericle Vergebung, Erlösung finden kann? Das bleibt offen. Aber nach dieser Premiere wünscht man es ihm.
Mannheimer Morgen
Taner Sahintürk spielt den geläuterten Mafioso frisch, offen und direkt. Durch die Erinnerung an die Zeit der Camorra wird er sofort wieder zum gefühllosen, stolzen Verbrecher. Die von Autor Giuseppe Ferrandino knapp und nüchtern gehaltene Sprache transportiert die abstoßende Atmosphäre der Gewalt. Mit dem Regisseur Boris M. Motzki hat Taner Sahintürk das Wechselbad von italienischer Gastfreundschaft und sadistischer Verbrecherprofessionalität bis an die Grenzen der Erträglichkeit ausgekostet. Gnadenlos mit sich und ihrem Publikum erzählen sie das Märchen vom Verbrecher, der zum wertvollen Mitglied der Gesellschaft wird.
Die Rheinpfalz
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