Oper

Richard Strauss

Ariadne auf Naxos

Mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Dramaturgie
Premiere
14. Februar 2009

Zwei Theatertruppen unterschiedlicher Herkunft müssen eine gemeinsame Theateraufführung gestalten, obwohl die gegenseitige Abneigung groß ist. Dazu muss der junge Komponist seine Oper Ariadne auf Naxos umarbeiten. Die Oper zeigt die von Theseus verlassene Ariadne wartend auf den Tod. Stattdessen begegnen Ariadne jedoch nicht nur Zerbinetta und ihre Komödiantentruppe sondern auch Bacchus. Er ist auf der Flucht vor einer Frau und nun dem gesamten weiblichen Geschlecht gegenüber sehr kritisch
eingestellt.
Die Unsichrheit zwischen den beiden Gruppen ist groß und die Bereitschaft, das Andere kennen zu lernen, sehr gering ist. In einem Aufeinandertreffen des Verschiedenen zerbrechen vermeintlich gesicherte Identitäten und enthüllen sich als Identitätslosigkeit.

Nach Elektra und Der Rosenkavalier stellt Ariadne auf Naxos die dritte Zusammenarbeit zwischen Hugo von Hof- mannsthal und Richard Strauss dar, die anlässlich der Eröffnung der Stuttgarter Hoftheater im Jahr 1912 entstand. Als groß angelegter Theaterabend, in einer ungewöhnlichen Verbindung von Schauspiel und Oper, fand die erste Fassung wenig Anklang. Erst die umgearbeitete, in Wien 1916 uraufgeführte Version bescherte dem Werk dauerhaften Erfolg. Das vormalige Zusammentreffen von Schauspiel und Oper äußert sich in der zweiten Fassung, der reinen Opernfassung, als struktureller Kontrast zwischen Sprechen und Singen.

Festlicher Opernabend am 11. April 2010
 

Petra Lang (Primadonna/Ariadne)
Klaus Florian Vogt (Der Tenor/Bacchus)
Anke Vondung (Komponist)

Die aus Frankfurt stammende Mezzosopranistin Petra Lang übernimmt die Rolle der Ariadne. Einem Violin- studium schloss sie ein Gesangsstudium an. Sie besuchte Meisterkurse bei Hans Hotter, Brigitte Fassbaender und Ingrid Bjoner. Nach Engagements am Studio der Bayeri- schen Staatsoper München, in Dortmund und Braunschweig begann ihre internationale Karriere an den großen Opernhäusern in Europa und den USA sowie bei den Festspielen in Salzburg und Bayreuth.

Anke Vondung studierte bei Rudolf Piernay an der Musikhochschule Mannheim. Die vielfach ausgezeichnete Mezzosopranistin verfügt über ein breitgefächertes Reper- toire, das sie an internationale Opernhäuser und zu renommierten Festspielen führt. Erfolge als Strauss-Interpretin feierte sie u. a. in der Partie des Octavian in Der Rosenkavalier, den sie auch an der Opéra Bastille in Paris gab. 2007 debütierte sie als Cherubino an der Metropolitan Opera New York.

Klaus Florian Vogt war zunächst als Hornist im Philhar- monischen Staatsorchester Hamburg engagiert. Während- dessen studierte er Gesang und erhielt 1997 sein erstes Engagement in Flensburg. 1998 wechselte er an die Dresdner Semperoper und ist seit 2003 freischaffend tätig. Er war u. a. an den Opernhäusern in Madrid, Hamburg, Brüssel, Amsterdam, Köln und Tokio verpflichtet. Seinem Debüt an der Metropolitan Opera New York in der Titel- partie des Lohengrin folgte 2007/2008 ein Engagement bei den Bayreuther Festspielen als Walther von Stolzing.

Pressestimmen

Es gibt, wann immer wir solch ein ungeheuerliches Klangerlebnis wie jetzt mit Strauss' "Ariadne auf Naxos" am Nationaltheater Mannheim erleben, kein Entkommen und kein anderes Lobpreisen als dieses: An welchem deutschen Opernhaus wird man derzeit einen musikalisch und sängerisch so einwandfreien Strauss-Abend erleben können! Wo fänden sich solche Sänger! Marie-Belle Sandis! Antje Bitterlich! István Kovácsházi! Nun ja, auch Caroline Whisnant! Wo fände sich ein so exzellent aufspielendes Opernorchester, dessen Klang stets wie von Röntgenstrahlen durchleuchtet ist und uns jede Hebung und Bebung des Strauss'schen Klangwunders nahe bringt, subkutan gewissermaßen, obwohl der Vortritt doch immer den Sängern gilt, die wir zudem bestens verstehen! Viel Publikumsjubel. (…) da ist Alexander Kalajdzic am Pult des Kammerorchesters mit Celesta, Klavier und Harmonium und, ja: zaubert eine tiefe klangliche Transparenz und breite Ausdrucksvielfalt in unser Ohr. Da ist die wunderbare Marie-Belle Sandis, die ihre Partie als Komponist mit klaren, warm leuchtenden Tönen versieht, die auch in der Höhe nicht Tiefe verlieren. Da ist die größte und positivste Überraschung: Antje Bitterlich als Zerbinetta. Sensationell! Eine der schwierigsten Arien für Sopran, "Großmächtige Prinzessin ...", führt sie stilsicher, tonschön, leicht, virtuos und bestens phrasiert dorthin, wo gemeinhin die Luft dünn wird: in die Stratosphäre des dreigestrichenen Fis. Sängerischer Irrsinn.(...) Auch sie überzeugten: der Musiklehrer (auf den Punkt: Thomas Berau), der Tanzmeister (glänzend: Uwe Eikötter), die Sprechrolle des Haushofmeisters (über Bildschirm: Romanus Fuhrmann) sowie die drei Nymphen (homogen: Iris Kupke, Anne-Theresa Albrecht, Hannah Zitzmann) und die Komödianten (stark: Lars Møller, Christoph Wittmann, Martin Busen, Hans Jürgen Schöpflin). Es gibt kein Entkommen vor dieser musikalischen Magie. Mannheim hat ein Super-Ensemble!
(Mannheimer Morgen)

„...Recht unterhaltsam ist das anzusehen und anzuhören, Wagemakers legt Wert auf Details, führt die Figuren stringent und schafft überzeugende Charaktere.
Im zweiten Teil sind wir dann im Inneren des Bunkers, hinten steht eine Art Wasserbassin, in dem später Wolken auftauchen. Eine Plastikpalme nebst Mini-Strand steht in der Bühnenmitte (...)Sehr gefühlvoll und klug setzt Wagemakers auch hier das Geschehen in Szene, die wasserstoffblonde Zerbinetta trifft auf die matronenhafte Traurigkeit in Person: Ariadne. Bacchus erscheint als deus ex machina, oder genauer: als Gott aus dem Himmel, er trägt die Reste eines Fallschirmes mit sich."
(Deutschlandradio)

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