Schauspielhaus

Eröffnungsrede


von Boualem Sansal

Anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2011 sagte Boualem Sansal: »Ohne Freiheit kann man nicht leben. Selbst wenn man sie nicht nutzt, kann man ohne ein Bewusstsein von Freiheit seine Existenz nicht definieren. Wenn Freiheit nicht mehr da ist, weiß man nicht mehr, wie man leben soll. Das Fehlen von Freiheit ist ein Schmerz, der auf Dauer verrückt macht.«


Boualem Sansal, geboren 1949 in einem Dorf im Norden Algeriens, Ingenieur und promovierter Ökonom, arbeitete lange Zeit als hoher Staatsbeamter im algerischen Industrieministerium. Seine Wut über die Zustände im autoritär regierten Algerien machten aus Sansal einen engagierten Schriftsteller. Weil er über die korrupte Regierung schrieb, verlor er seine Anstellung, seine Bücher wurden zensiert. Mit seinem hartnäckigen Plädoyer für das freie Wort und den öffentlichen Dialog in einer demokratischen Gesellschaft tritt er gegen jede Form von doktrinärer Verblendung, Terror und politischer Willkür auf. Zuletzt erschien sein Roman 2084 – Das Ende der Welt, in dem er eine Dystopie von einem religiösen Überwachungsstaat entwirft.

 

Die Rede wird in französischer Sprache gehalten und simultan ins Deutsche übersetzt.