Studio Werkhaus

Je suis Jeanne d'Arc

nach Friedrich Schiller | Maxim Gorki Theater Berlin

Regie: Mikaël Serre

Bühne und Kostüme: Nina Wetzel

Musik: Nils Ostendorf

Video: Sébastien Dupouey

Licht: Jan Langebartels

Dramaturgie: Daniel Richter, Jens Hillje


Mit: Marina Frenk, Aleksandar Randenković, Falilou Seck, Aram Tafreshian, Till Wonka

Bei lebendigem Leibe wurde 1431 die neunzehnjährige Jeanne d’Arc in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. In nur zwei Jahren war sie von einer Bauerntochter aus der Provinz zur Ikone und Leitfigur und schließlich zum Opfer politischer Machtspiele geworden. Von religiösen Visionen geleitet, hatte sich Jeanne d’Arc in den endlosen Krieg zwischen Frankreich, Burgund und England eingemischt, auf ihrem göttlichen Feldzug war sie gnadenlos. Doch mit den Niederlagen kam ihr Fall: Sie war zum Symbol geworden, das gebrochen werden musste. Dieselbe Kirche, die ihr Leben auslöschte, erklärte sie nachträglich zur Märtyrerin und Heiligen.
Bis heute spiegeln sich in der Geschichte der jungen Frau aus Lothringen aktuelle Konflikte: Während sich Marine Le Pen als moderne Jeanne d’Arc in Stellung bringt, folgen junge islamistische Krieger göttlichen Eingebungen und attackieren mit der Redaktion von Charlie Hebdo das Herz des westlichen Freiheitsbegriffs.


Der in Paris lebende französische Regisseur Mikaël Serre nimmt Schillers Tragödie als Ausgangspunkt für ein Projekt über Nation, religiösen Fanatismus und den Mythos von Jeanne d’Arc, die über die Jahrhunderte hinweg zur Patronin der Revolutionäre und Weltveränderer wie der Reaktionäre und Nationalisten werden konnte. Mit Schillers »romantischer Tragödie« begibt Serre sich auf die Suche nach den Schutzheiligen von heute.

 

Dauer: ca. 1 Stunde und 15 Minuten

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