Der alte Schriftsteller und Zollbeamte Melville lässt sein Leben Revue passieren. Er sinnt nach über seine Kindheit, das Schreiben, über Macht und Ohnmacht und das rätselhafte, unermessliche Meer. Immer stärker drängen sich ihm Fragen nach dem Menschen und seinen Abgründen auf. Dabei trifft Melville auf Figuren aus seinen eigenen Romanen, insbesondere aus Moby Dick. Trotz – oder wegen – der Suche nach tieferen geistigen Wahrheiten, die er in Analogien zwischen der menschlichen Seele und der unerbittlichen, aber schönen Natur aufzuspüren hofft, zielt das Begehren dieses Wissenden, aber Gescheiterten, letztlich nur auf „Heilung durch das Meer“.
Die Inspiration zu The Outcast lieferte der Schriftsteller Herman Melville, der wie kein Zweiter in seinem Werk der menschlichen Natur in ihrem unersättlichen Verlangen nach pragmatischer Nutzbarmachung der Welt nachspürt. Auch Moby Dick ist viel mehr als ein Abenteuerroman und wurde mit seiner Vielschichtigkeit zu einem der einflussreichsten Prosawerke der Moderne. Olga Neuwirths Musiktheater ist von filmischen Elementen beeinflusst, die sich in unerwarteten Schnitten, Überblendungen und Montage zeigen. Dabei sucht die Komponistin mit ihren intermedialen Konzeptionen nicht eine Synthese der Künste, sondern Raum für eine „schöpferische Fantasie, um der Sprachlosigkeit über die Irrationalität des menschlichen Daseins zu entkommen.“
Olga Neuwirth erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2009 den South Bank Show Award für ihre Oper Lost Highway sowie den Großen Österreichischen Staatspreis 2010.

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