Studio Werkhaus

Märtyrer

Marius von Mayenburg Premiere: Sa, 28. Januar 2017
Eine Komödie

ab 14 Jahren

Benjamin ist ein unauffälliger Schüler bis er eines Tages nicht mehr zum Schwimmunterricht erscheint, weil die Mädchen in ihren Bikinis seine religiösen Gefühle verletzen. Sein überraschendes Coming Out als Christ untermauert er fortan nicht nur mit seinem Bibelsprech, sondern auch mit Taten. Seine Lehrerin Frau Roth nimmt den pädagogischen Kampf mit dem religiösen Fanatiker auf. Im Rahmen der Schule setzt sie sich für ihn und für eine säkulare Ethik, demokratische Werte und menschliche Vernunft ein. Doch wird nicht Benjamin, sondern sie selbst immer stärker isoliert.

 

Marius von Mayenburgs Stück schlägt mit seiner Märtyrer-Geschichte eine Volte als Replik auf die Islamophobie des Westens. In grotesker Zuspitzung entlarvt es die Angst vor dem »Anderen« schlechthin als unbewusste Konstante einer vermeintlich toleranten Gesellschaft.

 

Marius von Mayenburg, geboren 1972, ist seit seinem Durchbruch 1997 ein gefragter Autor und Dramaturg. Er hat die bitterböse Komödie über jugendliche Fanatiker und die Ohnmacht der Gesellschaft 2012 als Regisseur selbst in der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin zur Uraufführung gebracht.

 

Mit freundlicher Unterstützung von SIMA e.V.

>> Es geht um das System Schule und einen fanatischen Einzelgänger, um die Instrumentalisierung von Religion, um Feigheit der Angepassten und Mut zum Widerspruch. Es geht auch um die Bibel und, unausgesprochen, deren Verhältnis zum Koran. Daniel Pfluger hat das Stück mit politischem Biss und schwarzem Humor im Studio Werkhaus inszeniert. << (Die Rheinpfalz, 03.02. 2017)

 

>> Die von Flurin Borg Madsen gestaltete abstrakte Maschinerie hat die Wirkung eines Forums, in dem sich die Inhalte auch optisch über das Wie mitteilen. Es entstehen komisch entlarvende Effekte. << (Die Rheinpfalz, 03.02. 2017)

 

>> Benjamin provoziert gerne und lässt mit seinen Frontalangriffen wenigstens die Lehrerin nicht kalt. Diese beschäftigt sich nunmehr selber mit dem Bibelstudium und scheint mit der Zeit wunderlich zu werden. Simone Oswald steigert diese Figur zu einer Intensität, die unter die Haut geht. << (Rhein-Neckar-Zeitung, 31.01.2017)

 

>> ein furios aufspielendes, achtköpfiges Ensemble. Benjamin, von Schülern und Lehrer "der Jesus-Spinner" genannt, liegt bei Pan Aurel Bucher in besten Händen. <<

(Mannheimer Morgen, 30.01.2017)

 

>> Gut erzählt, gespielt und eingerichtet ist das, was in dieser bitterbösen Komödie an Debatten, Toleranzzwängen und Gesinnungsabsurditäten sowie unseres Umgangs damit verhandelt wird. << (Mannheimer Morgen, 30.01.2017)