Junge Oper
Junge Oper

Junge Oper

Liebes Publikum !



in Mannheim haben wir uns vorgenommen, für unser junges Publikum vor allem zeitgenössisches Musiktheater zu schaffen. Wir werden öfter gefragt, warum wir überzeugt sind, dass genau dies der geeignete Weg ist, Kindern Zugang zur Welt der Oper zu eröffnen und sie auch auf den Besuch einer Oper Mozarts, Verdis oder Wagners vorzubereiten.


Kinder reagieren auf Kompositionen der Gegenwart eigentlich ganz ähnlich wie auf die Musik, die seit dem 19. Jahrhundert die Spielpläne beherrscht. Denn unsere Lieblingswerke des klassischen und spätromantischen Repertoires sind ihnen meist ebenso fremd wie eine Uraufführung des 21. Jahrhunderts. Doch Kinder kommen mit offenen Sinnen und
Neugier auf Unbekanntes ins Theater. Sie erleben jede Musik in erster Linie als klangsinnliches Phänomen und lassen sich von ihr begeistern, auch wenn sie sie zu nichts zuordnen können, was ihnen bereits bekannt wäre. Sie lieben Überraschungen und haben Spaß an Musik, die sich an der Alltagswirklichkeit der Menschen und ihren Geräuschen orientiert, an Klängen, die man nicht nur hört, sondern auch sieht. Sie bestaunen das Aussehen und genießen den ungewohnten Sound der Livemusik.

 

Neue Musik bezeichnet keinen Stil und entzieht sich jeder Kategorisierung, jeder Einordnung in U oder E und lässt sich nicht selten auf Übergänge zur Bildenden Kunst und zum Theater ein. Eine der spannenden Aufgaben, der sich zeitgenössische Komponisten heute widmen,
ist es, Musik aus der Stille heraus zu entwickeln und Klang nicht als Komplex vieler Klänge sondern minimalistisch als singuläre Qualität hörbar zu machen. So verführen ihre Werke ganz besonders zum genauen Hinhören, lassen uns Musik wieder als ein außergewöhn liches Hörerlebnis erfahren. An Neuer Musik können Kinder ihre Sinne, ihre Wahrnehmung und ihr eigenes Urteilvermögen in besonderer Weise schulen. Das solcherart unvoreingenommene und dennoch gebildete Ohr trägt erheblich zur Horizonterweiterung in alle möglichen Richtungen bei und ebnet damit natürlich auch den Weg zur großen Musik vergangener Zeiten. Vor allem aber können Kinder durch die Erfahrung zeitgenössischer Musik Kunst als etwas kennenlernen, das die Welt und die Zeit, in der sie leben, spiegelt und ihre Erfahrungen zu Erkenntnissen verdichten hilft.

 

Dazu müssen wir nicht unbedingt immer Auftragswerke vergeben. Mit dem bereits 1983 uraufgeführten Musikepos Der mündliche Verrat von Mauricio Kagel stellen wir dem jugendlichen Publikum einen der wichtigsten Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor. In seinem Musiktheater für Instrumentalisten und Schauspieler verbindet Mauricio Kagel musikalische Stilmittel vergangener Epochen mit seiner eigenen Klangwelt – passend zum Thema, das um unsere traditionellen und gegenwärtigen Bilder vom Teufel kreist. Begleitend zu dieser Premiere laden wir Schulklassen zu einem partizipativen Projekt ein, in welchem die Schüler eigene kleine Kompositionen entwickeln werden.

 

Markus Reyhani, unserem Publikum bereits als Komponist von Die Geschichte vom kleinen Onkel bekannt, geht ebenfalls mit bekanntem musikalischem Material um, wenn er Prokofjews Melodien für eine eigene Version der Geschichte von Peter und der Wolf aufgreift und mit einer neuen Instrumentierung weiter entwickelt.

 

Danken möchten wir MVV Energie, die mit ihrer großzügigen Unterstützung die Realisierung der Jungen Oper weiterhin ermöglicht. Unser weiterer Dank gilt erneut der Wilhelm Müller Stiftung für die Förderung von kulturellen Bildungsprojekten der Jungen Oper.


Wir freuen uns darauf, mit unserem und für unser Publikum Neues zu entdecken!

 

Andrea Gronemeyer und Klaus-Peter Kehr

 

ZUM GESAMTSPIELPLAN
Nationaltheater Mannheim | Mozartstr. 9 | 68161 Mannnheim
Tel. 0621 1680 0 | Nationaltheater.kasse@mannheim.de