
Was haben die sog. „Klassiker“ mit uns zu tun und was ist eine Uraufführung? Wozu gibt es Dramaturgen, was macht eine Schauspielinszenierung mit einem Dramentext, und was ist ein zeitgenössisches Regiekonzept? – Die Schauspiel-Sparte am Nationaltheater Mannheim richtet sich mit folgenden Angeboten gezielt an neugierige Schulklassen ab Jahrgangsstufe 9.
Kontakt: Telefon: 0621.16 80 389, E-Mail: stefanie.bub@mannheim.de
Das Produktionsklassenprojekt der Sparte Schauspiel möchte Schülern eine intensive Auseinandersetzung mit denjenigen Denk- und Arbeitsprozessen ermöglichen, die aus einem Dramentext eine Theaterinszenierung machen. Jedes Jahr bieten wir deshalb einer besonders theaterbegeisterten Oberstufenklasse die Möglichkeit, eine Schauspielproduktion vom Beginn bis zur Premiere zu begleiten. Das Programm beinhaltet eine Vorbesprechung des Textes mit der Dramaturgie in der Schule, ein Gespräch mit Regie und Dramaturgie über das Regiekonzept im Probenzentrum Neckarau, mindestens einen Probenbesuch, den Besuch einer Vorstellung und ein Nachgespräch in der Schule. Wir erwarten von unserer Produktionsklasse Interesse an zeitgenössischer Dramatik, die Bereitschaft, den Stücktext vorab zu lesen, Freude an der Beschäftigung mit theatralen Prozessen und genug Mut, um uns mit Fragen zu löchern und mit eigenen Beobachtungen zu bereichern.
In der Spielzeit 2011/2012 besteht noch die Möglichkeit folgende Inszenierungen vom Beginn bis zur Premiere zu begleiten:
Nora oder Ein Puppenhaus von Henrik Ibsen (Premiere: 24. September 2011, Regie Cilli Drexel)
The Intelligent Homosexual’s Guide to Capitalism and Socialism with a Key to the Scriptures (DSE) von Tony Kushner (Premiere: 21. Januar 2012, Regie Burkhard C. Kosminski)
Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang Goethe (Premiere: 24. März 2012, Regie: Lisa Nielebock)
Mosaik (Ein Rundgang durch das muslimische Mannheim, Premiere im Mai 2012, Regie Nina Gühlsdorff / Dorothea Schroeder)
Wie werden die Zuschauer reagieren, was werden die Kritiker schreiben und die Kollegen denken? – Premieren sind für Theaterleute ganz besondere Ereignisse, die das Schauspiel gerne mit Schülerinnen und Schülern teilen möchte. Für ausgewählte Schauspielpremieren besteht deshalb die Möglichkeit, die Energie des Moments, in dem sich eine neue Inszenierung zum ersten Mal einem Publikum präsentiert, als Premierenklasse zum Vorzugspreis von 5 Euro pro Schüler live mitzuerleben und sich während der familiären Feier im Anschluss unters Künstlervolk zu mischen. Anschließend kommen Mitglieder des Produktionsteams zum Gegenbesuch in die Schule, um Fragen zu beantworten, Feedback zu erhalten und über den Probenprozess zu berichten. Auf dem Premierenklassenspielplan finden sich sowohl Inszenierungen von „Klassikern“ als auch Uraufführungen – Stücke also, die noch niemand je zuvor gesehen hat.
Premierenklassenspielplan in der Spielzeit 2010/2011
Nora oder Ein Puppenhaus
Der Teufel mit den drei goldenen Haaren
Ein Sommernachtstraum
Eine Enthandung in Spokane
The Intelligent Homosexual’s Guide to Capitalism and Socialism with a Key to the Scriptures
Iphigenie auf Tauris
Auf freiwilliger Basis übernehmen einzelne Schauspieler für ein Schuljahr/eine Spielzeit die Patenschaft für eine Lerngruppe; das können Deutschkurse, Theater AGen, aber auch Spielclubs an Jugendhäusern etc. sein. Die Patenklasse verpflichtet sich zu mindestens drei Vorstellungsbesuchen im Laufe des Schuljahrs. Dabei handelt es sich ausschließlich um solche Inszenierungen, in welchen der Künstlerpate auf der Bühne zu erleben ist. Nach jeder Vorstellung findet ein Nachgespräch mit Dramaturg und Patenkünstler statt. Nach dem ersten Vorstellungsbesuch kommt der Patenkünstler zum Gegenbesuch in die Klasse.
Um eine Patenschaft können Sie sich hier bewerben.
Aktuell bestehende Schauspielerpatenschaften:
Peter Pearce - Anglistische Theatergruppe der Universität Mannheim
Matthias Thömmes - Deutsch-Leistungskurs, Werner-Heisenberg-Gymnasium Bad Dürkheim
Matthias Thömmes - Literatur- und Theater-Kurs, Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Hockenheim (Bericht 2010/11 hier)
Sascha Tuxhorn - Theater-AG, Leininger-Gymnasium Grünstadt
Michaela Klamminger - Literatur- und Theater-Kurs, Ludwig-Frank-Gymnasium Mannheim (Bericht hier)
Was der Besuch einer Theatervorstellung bei jedem einzelnen auslöst, hat seine Berechtigung – unabhängig davon, was in den Köpfen von Autor oder Regisseur einst vorgegangen sein mag. Dennoch kann der Blick für Sprache und Ästhetik des Theaters geschult, genaues Beobachten und Beschreiben geübt werden. In einem 90minütigen Workshop werden Schüler, die bislang über keine bis wenig Theatererfahrung verfügen, mit grundlegenden Dingen, die Theater ausmachen, vertraut gemacht und für ihren Vorstellungsbesuch sensibilisiert. In Form von praktischen Übungen wird die Wahrnehmung geschärft und das Vertrauen in die eigene Fantasie, in eigene Gedanken und Sichtweisen gestärkt, so dass die Schüler zu Mit-Erschaffern ihres Theaterabends werden können.
Der Zuschauer-Workshop kann in Verbindung mit einem Vorstellungsbesuch in der Sparte Schauspiel vorbereitend gebucht werden.