
Musik
1. Akt Carlos Chávez Sinfonía de Antígona, Sinfonie Nr. 1
Chavela Vargas La Llorona (vom Band)
Ludwig Nussbichler Eklipse – Traumbildfragmente II
Edgar Varèse Ionisation
Carlos Chávez/Dietrich Buxtehude Chaconne in e-Moll für Orchester
2. Akt
Ludwig Nussbichler Endymion – Traumbildfragmente I
Einojuhani Rautavaara Melankolia, 2. Satz aus Cantus Arcticus (Concerto for birds and orchestra)
Chavela Vargas La Llorona (vom Band) Carlos Chávez Sinfonie Nr. 5, 2. Satz
Silvestre Revueltas Sensemayá
Ramón Montes de Oca Téllez El descendimiento según Rembrandt
Es spielt das Nationaltheaterorchester.
„... eine Bombe mit einer Schleife verziert“ – so charakterisierte André Breton die Malerin Frida Kahlo. Er präsentierte Gemälde der jungen Mexikanerin 1939 in Paris in einer Ausstellung der Surrealisten. Frida Kahlo
aber sagte über ihr Werk: „Sie hielten mich für eine Surrealistin, aber das war ich nicht. Ich habe keine Träume gemalt. Ich habe meine Realität gemalt.“
Diese Realität war bestimmt von Krankheit, den Folgen eines Unfalls und immer neuen Operationen. Sie war bestimmt von der bürgerlich-demokratischen Revolution, die sie als Kind erlebte, und von einem künstlerischen
Umfeld, das sich den Idealen dieser Revolution
verschrieb und aus europäischen, nordamerikanischen
und lateinamerikanischen Kunsttraditionen schöpfte. Bestimmt von Freundschaften zu Fotografen, Malern und Musikern und von der Ehe mit einem der bedeutendsten
Maler Mexikos, Diego Rivera.
Und sie fand ihren Ausdruck in Stillleben und Landschaftsmalerei, zahlreichen Portraits und vor allem Selbstbildnissen. Beeinflusst von mexikanischer Portraitmalerei und italienischer Renaissance, von präkolumbianischer Volkskunst und religiöser
Votivmalerei entstanden meist kleinformatige
Bilder – eine existentielle Malerei als eigenwilliges Schweben zwischen Realismus und Fantastik, mit kräftigen Farben und einer flächigen Malweise.
Frida Kahlo fixiert den Betrachter aus dunklen Augen, die kräftigen Augenbrauen in der Mitte zusammengewachsen. Sie sind ihr Markenzeichen in ihren zahlreichen Selbstportraits mit dem meist unbeweglichen Gesicht, das keine Stimmung verrät, aber von symbolischen Objekten, Alltagsgegenständen und Ornamenten umgeben ist, die die Selbstbildnisse zu assoziativen Erzählungen werden lassen.
Choreografin Dominique Dumais hat sich seit Jahren mit der Malerin Frida Kahlo beschäftigt. Zusammen mit Dirigent Günther Albers (Beethoven) und Bühnen- und Kostümbildnerin Tatyana van Walsum (Résonances
Chopin) lässt sie nun auf der Opernhausbühne eine Welt der Frida Kahlo entstehen.
Mit freundlicher Unterstützung des Instituto Cervantes Frankfurt und des Generalkonsulates von Mexiko in Frankfurt
Dumais stellt Atmosphären und Eindrücke nebeneinander. Leidenschaft und Melancholie, Groteske und Poesie, Schmerz und Stärke. Sie macht Kahlo plastisch und menschlich [...]. Es ist ein Abend für die wunderbaren Tänzerinnen des Mannheimer Balletts. Frankfurter Rundschau, 23. Februar 2010
Dominique Dumais macht Ballett mit modernen Elementen so geschmeidig, dass der Tanz sich wunderbar in Gefühle und Bildwelten einfügt, ohne sie nur zu illustrieren, sich aufbäumt und fallen lässt, statt nur von der Liebe und ihren Kämpfen zu erzählen. Stuttgarter Nachrichten, 22. Februar 2010
So einfach und zugleich eindrucksvoll lassen sich die inneren Auseinandersetzungen einer vielschichtigen Frau darstellen. Stuttgarter Zeitung, 22. Febrauar 2010
Vielseitig, unerhört und ehrenvoll zusammengetragen ist [...] das, was unter der Feder- und Stabführung Günther Albers' brillant austariert aus dem Graben kommt, etwa Ludwig Nussbichlers "Eklipse" mit zart drängenden Streichern. Auch die Kahlo-Zeitgenossen Silvestre Revueltas ("Sensemayá") oder Edgar Varèses ("Ionisation" mit punktgenauem Schlagwerk) sind mehr als Koloritlieferanten: Sie sind echte Entdeckungen. Mannheimer Morgen, 22. Februar 2010
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